Ermutigungen für die Corona-Auszeit (Teil 24)

„Wie geht es dir?“ „Danke, gut! Und selbst?“ Kennen Sie solche oberflächlichen Gespräche? Selbst wenn es dem anderen ganz offensichtlich schlecht geht, lautet die typische Antwort: „Gut!“ Was würde denn unser Gegenüber von uns denken, wenn wir ehrlich zugeben, dass es uns gerade schlecht geht? Solch ein Maskentragen kann ganz schön belastend sein. Es ist geprägt von der Angst, dass andere uns ablehnen könnten. Daher versuchen wir unsere Schwächen und Nöte zu verbergen. Natürlich sollte man nicht bei jedem Menschen seinen Kummer ausschütten. Aber dennoch brauchen wir ein geschütztes Umfeld, in dem wir uns so präsentieren dürfen, wie es uns geht. Auch mit unserem Kummer und unseren Sorgen. David war ein Mensch, der sein Herz immer wieder vor Gott ausschüttete. In den Psalmen lesen wir ganz offen und ehrlich, dass es ihm öfters nicht gut ging. Seine Seele hing durch. Verzweiflung ist oft in seinen Worten zu erkennen. Warum aber hat der große König David es nicht nötig, sein Elend zu verbergen, auf dass wir nur Gutes von ihm denken? David hat ein Lebensgeheimnis verstanden (Psalm 55,23):

„Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.“

Gott wird hier ganz deutlich als unser Helfer und Versorger benannt. Daher ist es klug, Gott zu sagen, wie es uns wirklich geht. So kann uns Gott seine Hilfe zukommen lassen. Weiter heißt es, dass Gott den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lässt. Selbst wenn wir Gott unsere Schwächen zeigen, lässt er uns nicht fallen. Ist das nicht wunderbar? Gott kennt uns sowieso durch und durch. Ihm brauchen wir also nicht einen starken Helden vorspielen. Stattdessen dürfen wir demütig und ehrlich zu unserem Wohlbefinden stehen. Welch eine Entlastung. Was andere Menschen über uns denken, kann uns hingegen getrost egal sein. Gott ist schließlich der, der über unser Leben bestimmt. Vertrauen auch Sie sich Gott an!

Pastor Heiko van Dühren