Auf ein Wort …

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel.   (Haggai 1 / 6)

Diese Ansage des Propheten Haggai hat es in sich. Es ist eine Aussage zum Volk Israel ca. 520 Jahre vor Christus. Das jüdische Volk war langsam aus dem Exil zurückgekehrt und siedelte sich wieder in Jerusalem an. Sie waren froh, wieder in der Heimat zu sein. Jeder machte sich an die Aufbauarbeit, zuerst natürlich an seinem Familienbesitz. Ihr Herz war nur noch bei den irdischen Dingen. Für GOTT und seinem Tempel war erstmal kein Platz mehr. Der lag noch wüst und leer. Das machte IHN traurig und auch zornig. Darum ließ ER über Haggai das Wort an Israel verkünden.

Und heute: Gibt es da nicht eine Parallele? Könnte dieses Wort nicht auch heute auf uns zutreffen? Wo liegen den unsere Prioritäten? Ist es nicht der Wohlstand unseres Landes, der uns in Selbstzufriedenheit baden lässt? Was haben wir doch alles geschafft! Sind wir überhaupt noch ein Christliches Volk oder wie früher gesagt, ein Christliches Abendland? Warum werden in unserem Land tausende Kirchen umgewidmet, abgebaut oder gar abgerissen? Macht sich der Atheismus wieder breit und reicht allgemeine Religiosität aus? Wir leben in einer Zeit in der Individualisierung, Werterelativierung und -verdrehung total angesagt sind, ja sogar staatlich gewollt sind. Menschen lösen sich von GOTTES guten Ordnungen.

Meine Antwort darauf lautet: Ja, diese Bibelstelle passt heute mehr denn je auch zu uns! Wir bringen uns ein, sind gut genährt, voll ausgestattet am Materiellen und haben auch einiges an Geld. Und doch schrumpft vieles, nehmen Krankheiten zu und Banken vernichten unser Geld. Kann es ein, dass wir uns von GOTTES Aufträgen, auch als Gemeinde, entfernt haben? Laufen wir auch dem Mainstream nach? Was setzen wir dem entgegen?

Aber es gibt Hoffnung. Haggai 1 endet mit der Umkehr der Leiter des Volkes und dann auch mit der Umkehr des gesamten Volkes wieder zu GOTT hin. Und sie bauten wieder vorrangig am Tempel GOTTES. Daraufhin erweckte GOTTES Geist die Leiter und Führenden mit neuer Kraft und Erkenntnis. Wie segensreich ist es, wenn Gemeinden und Leiter, wenn ganze Regierungen umkehren und GOTT wieder neu als Priorität erkennen. Wenn „Falsches“ auch als solches erkannt wird und „Wahrheit“ wieder Wahrheit sein darf. Und ich als Einzelner bin auch aufgefordert „Holz zu holen und den Tempel aufzubauen“ (Hag. 1/8), denn unser Innerstes soll ein Tempel des Heiligen Geistes sein und die Gemeinde das Haus Gottes. 

Ich wünsche mir sehr, dass wir unser Leben an GOTTES Maßstäben ausrichten und der Heilige Geist uns inspiriert, die Dinge die IHM gefallen, zu erkennen. Denn: GOTT ist nicht ferne einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apg. 17/27) Dann werden wir wieder HABEN, TEILEN und EINBRINGEN. Möge unser HERR Gelingen dazu schenken.

Andreas Kühn